Umweltprobleme der Hauptstadt: Probleme und ihre Lösungen
Die Umweltsituation in einer Stadt wird nach vier Komponenten bewertet: Zustand der Luft, des Wassers, der Grünanlagen, des Bodens. Die Umweltprobleme Moskaus sind für alle grossen Städte typisch. Aber auch angesichts des zunehmenden Kraftverkehrs und der Erholung der Industrie kann die Umweltsituation der Hauptstadt als stabil eingeschätzt werden. Jährlich gibt Moskau 34 Mrd. Rubel für den Unweltschutz aus, was um 50 Prozent mehr ist als die entsprechenden Aufwendungen der gesamten Russischen Föderation. Fast 1,5 Mrd. Rubel werden allein für die Begrünung der Hauptstadt bereitgestellt.
In der letzten Zeit ist die Tendenz zur Senkung der Luftverschmutzung vor allem mit Kohlenstoffoxiden zu verzeichnen. Dies hängt damit zusammen, dass harte Einschränkungen für die Verwendung von Heizöl bei der Heizung im Winter eingeführt worden sind. Es gibt auch einen weiteren Grund, der sich bedeutend stärker auf die Reinhaltung der Luft auswirkt, nämlich die zunehmende Zahl ausländischer Automarken der Klassen EURO 2 bis EURO 4. Außerdem sind Verkehrsbeschränkungen für Autos der Norm EURO 2 in die Innenstadt eingeführt. Es ist an der Zeit, die Errichtung von Büro- und Handelsräumen im Moskauer Zentrum einen Riegel vorzuschieben, um den Verkehrsstrom in der Innenstadt zu verringern.
Diese Maßnahmen wurden unter Berücksichtigung der Erfahrungen der EU-Länder ergriffen. 2005 hat die EU-Kommission eine Einschränkung der zulässigen Schadstoffemissionen von neuen leichten PKW und Nutzfahrzeugen (EURO-5-Norm) genehmigt. Dieser Standard ermöglicht es, die zulässigen Partikelemissionen bei Diesel-Neuwagen um 80 Prozent, die Stickoxidemissionen um 20 Prozent zu senken und die zulässige Norm von Stickoxid- und Kohlenwasserstoffemissionen bei Benzinautos um 25 % zu verringern. Diese Norm findt heute in der EU allgemeine Verbreitung.
Die Luftbeschaffenheit wird im Hinblick auf 22 die menschliche Gesundhit am meisten beeinflussende Schadstoffe in ganz Moskau überprüft: Ein jeder Bezirk verfügt über 2 bis 3 Stationen und ein mobiles Labor. Die entsprechende Behörde Mosekomonitoring (Moskauer Umweltmonitoring) nimmt bereits seit 10 Jahren rund um die Uhr automatische Messungen in der Stadt vor.
Was die Lunge der Hauptstadt angeht, so verbessert sich der Zustand der städtischen Pflanzenwelt. Dies zeigen jährliche Überprüfungen der Grünanlagen. Der Verzicht auf den Einsatz von Salzen zu der Glatteisbekämpfung hat eine Gesundung des Bodens an den wichtigsten Verkehrsstraßen Moskaus zur Folge, wobei der negative Einfluss der durch Brennstoffe verursachten Emissionen nach wie vor erhalten bleibt. Inzwischen weisen Neuanpflanzungen eine Anwachsrate von 95 Prozent auf, und die Norm beträgt üblicherweise 90 Prozent. In Moskau leben sich größere Bäume besser ein, die aus verschiedenen Regionen Rußlands und aus dem Ausland kommen. Viel Pflanzengut stammt aus westeuropäischen Baumschulen.
Naturschutzgebiete Moskaus nehmen 17,4 Tausend ha ein, darunter ein Naturschutzgebiet von föderaler bedeutung der Nationalpark Lossiny Ostrow und 14 regional bedeutsame Naturschutzgebiete. Bis 2020 werden in der Hauptstadt bereits 254 neue Naturschutzgebiete mit einer Gesamtfläche von 24,8 Tausend ha entstehen, was 20 Prozent der Gesamtfläche der Stadt ausmachen wird.
Aufgabe des Dezernats für Nutzung der natürlichen Ressourcen und Umweltschutz sowie der Regierung Moskaus ist es, das Gleichgewicht zwischen verlustig gegangenen natürlichen Territorien und den neuangelegten Grünanlagen aufrechtzuerhalten und die vorhandenen Grünflächen vor besonders aktiven Bauherren zu schützen.
Das Dezernat für Naturnutzung analysiert die operativen Daten der WHO ständig. Ein besonderes Augenmerk soll der Untersuchung des durch die Stadt erzeugten Stresses auf die menschliche Gesundheit gelten. Vorläufig kann man sagen, dass es die Werte der Konzentrationen der Schadstoffe in den Bezirken geringer sind, wo es mehr Grün gibt. Die grünsten Bezirke der Hauptstadt sind der Nordwesten, der Westen und der Südwesten. Aber allmählich wendet sich die Situation auch in anderen Bezirken Moskaus zum Besseren.
Wenngleich die Investitionen in den Umweltschutz Moskaus groß genug sind, hängt das Niveau der ökologischen Sicherheit nach der Meinung des Dezernats für Nutzung der natürlichen Ressourcen nicht nur davon ab. Von Bedeutung ist das Zusammenwirken mit unabhängigen Ökologieexperten und mit Massenmedien.
Das Problem des Personals ist noch nicht vollständig gelöst. Obwohl die Berufsausbildung von Ökologen an vielen Hochschulen erfolgt, ist für Absolventen der Arbeitsplatz am attraktivsten, wo der Gehalt höher als in staatlichen Institutionen ist. Man beschäftigt sich zum Beispiel mit der Entwicklung von Umweltschutzprojekten der Industriebetriebe und des Bauobjekte. Aber in diesem Fall werden vor allem die Interessen des Business wahrgenommen, die Unversehrtheit der Umwelt und die Folgen der Bauarbeiten jedoch nur selten berücksichtigt. Die Aufgabe der Stadt und des Staates ist es, die Grenzen der Entwicklung des Business so festzulegen, dass die Umwelt keinen Schaden erleidet.
Im vergangenen Jahr wurde die obligatorische begutachtung der Bauunterlagen von für die Umwelt gefährlichen Objekte abgeschafft. Die Umweltgesetzgebung wird allmählich gemildert, aber zum Glück wird dies durch das gesteigerte Verantwortungsbewusstsein der Unternehmer wettgemacht. Umweltfreundliche Technologien sind auch wirtschaftlich vorteilhaft. Dabei ist auch die Aktivität der Bevölkerung in den Umweltfragen, die in der letzten Zeit dank der Erhöhung des Lebensniveaus stark gewachsen ist, von Bedeutung.
*Quellen: Unter Benutzung der Materialien der Webseite des Komitees für Telekommunikation und und Medien sowie der Nachrichtenagentur RIA NOVOSTI
* Fotos: ITAR-TASS
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